5 Arten von Negative SEO und wie du dich davor schützen kannst

Deine Website rankt erfolgreich schon seit geraumer Zeit für ein stark umkämpftes Keyword und sorgt bei dir für gute Umsätze. Das freut dich, doch nicht deine Konkurrenz die dich um jeden Preis vom Thron stoßen möchte.

Besonders in saisonalen Branchen mit Peaks und hohen Anstiegen der Suchvolumina wie zur Weihnachts-  oder der Sommerurlaubszeit, möchte man natürlich zur richtigen Zeit bei Google so gut wie möglich positioniert sein.

Google Trends Statistik zu einem Hauptkeyword meines Affiliate Projekts – Es sind klar 2 jährliche Peaks des zu erkennen.

Manche gehen deshalb so weit dafür zu sorgen, dass es die Konkurrenz in jedem Fall schwerer hat gut zu ranken.

Dabei gibt es leider einige Möglichkeiten,  wie ein Mitstreiter deine Rankings negativ beeinflussen kann. Auch eines meiner Affiliate-Projekte war letztes Jahr davon betroffen und erholt sich recht langsam davon.

Im Folgenden erfährst du, welche Arten des Negative SEO es gibt, was du dagegen unternehmen kannst und woran du vermeintliche Attacken frühzeitig erkennen und vorbeugen kannst.

1. Offpage SEO

Die wohl gängigste und vor Allem einfachste Methode für einen Wettbewerber ist es definitiv, viele Backlinks von unseriösen Websites mit ähnlichem oder demselben Anchortext innerhalb kurzer Zeit zu setzen.

Hierzu werden sogenannte Linkfarmen verwendet, um dem Ruf deines Webauftritts aus der Sicht von Google zu schaden. Der Anchortext ist dabei oft ein Keyword, das nichts mit deiner Branche zu tun hat und dient meist dazu, deine Website mit nicht vertrauenswürdigen Themenbereichen wie Glücksspiel oder Pornographie in Verbindung zu setzen.

Eine weitere Möglichkeit bei der Offpage Optimierung ist es, deine Website in eine sogenannte “Bad Neighborhood” zu bringen. Im Prinzip ist es dieselbe Vorgehensweise wie bei Linkfarmen mit dem kleinen Unterschied, dass die Backlinkquellen Websites aus dubiosen Branchen und einem schlechten Ruf sind.

Wirst du zuhauf von solchen Websites verlinkt, dann wird auch deine Website im Laufe der Zeit als solche eingestuft.

Wenn deine Website innerhalb kürzester Zeit hunderte Backlinks mit Anchortexten wie “Pornowebsite” oder “1 Mio Euro Gewinnspiel kostenlos” erhält und du es nicht frühzeitig erkennst, kann es also zu einer Abstrafung kommen.

Da die Suchmaschine im ersten Schritt nicht unterscheiden kann, ob die Spam-Links vom Websitebetreiber selbst oder von jemand anderem generiert wurden, wird dieser abgestraft und verliert an Rankings und Sichtbarkeit – zugunsten des Mitstreiters.

Besonders bei den erwähnten Trend-Keywords könnte der Algorithmus von Google davon ausgehen, dass du wegen der Hauptgeschäftszeit versuchst, dich gut zu positionieren und vergibt deshalb einen Penalty.

Mit solch einem Vorgehen verstößt man nicht nur gegen die Google Richtlinien, sondern kann auch strafrechtlich verfolgt werden. Ich würde dir deshalb nicht empfehlen, eine solche Methode jemals in Erwägung zu ziehen.

Auch eines meiner Affiliate-Projekte hat es letztes Jahr erwischt: Im September letzten Jahres rankte boxspringbett-wiki.de für das Keyword “Boxspringbett” auf dem fünften Platz. Die Peak-Monate mit den höchsten Suchvolumina sind laut Google Trends Oktober und Januar.

Da der Oktober für die Möbelhäuser-Shops einer der umsatzstärksten Monate ist, geht es für diese in den Endspurt. Einer dieser Shops, dessen Namen ich nicht nennen werde, schaffte es innerhalb eines Monats von der vierten Ergebnisseite auf den ersten Platz. Zeitgleich verlor meine Website stetig an Rankings, bis es Ende Oktober auf den 73ten Platz abgerutscht war.

Die Rankings erholen sich nur langsam davon und die Page befindet sich momentan auf Platz 35.

Zwar fand zur selben Zeit das zweite Medic Update von Google statt, doch die Metriken einer Negative SEO Attacke waren unverkennbar und eindeutig. Denn zum einen fand ich zahlreiche Spam-Links im Backlink-Portfolio vor, und zum anderen erhielt ich von meinem Webhoster die Email, dass der Server auf dem die Page liegt, angegriffen wird.

Ein Zufall? Wohl kaum.

Was kannst du gegen die Spam-Link-Attacke unternehmen?

Sobald du einen deutlichen Einsturz deiner Rankings bemerkst und in letzter Zeit kein Update seitens Google bekanntgegeben wurde, solltest du umgehend dein Backlink-Portfolio überprüfen.

Hierzu kannst du zum einen die Google Search Console oder ein kostenpflichtiges Backlink Tool wie Majestic nutzen und die externen Links überprüfen. Findest du hier Domains vor, die du nicht kennst und die dir komisch vorkommen und vor Allem erst seit Kurzem auf deine Website verlinken, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Spam-Links.

Du kannst diese Links mithilfe des Disavow-Tools von Google entwerten lassen. Wie du das machst erfährst du im Disavow Tool Tutorial.

2. Scraping

Mit “Scraping” (auf Deutsch “Kratzen”) wird die Strategie verfolgt, ein Duplicate Content Problem zu schaffen. Der Angreifer nimmt dabei Inhalte deiner Website her, kopiert und veröffentlicht diese auf zahlreichen anderen Websites. Der Suchmaschinen-Algorithmus ist oft in der Lage, den wahren Urheber der Texte zu identifizieren und andere Seiten mit demselben Content zu entwerten – vorausgesetzt, die Inhalte deiner Website sind zuerst indexiert worden.

Ist das nicht der Fall, gilt sozusagen die Regel: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Solltest du Pech haben, werden deine eigenen Inhalte als Plagiate angesehen und du erhältst einen Penalty.

Vorliegen von Duplicate Content

Was kannst du gegen “Scraping” unternehmen?

Mit dem Tool Copyscape kannst du schnell und einfach herausfinden, ob andere Websites deine Inhalte kopiert haben. Hierzu gibst du einfach die URL deiner Website ein und das Tool listet dir ggf. Seiten mit kopierten Inhalten auf.

Im nächsten Schritt könntest du die Betreiber kontaktieren und nett darum bitten, die Inhalte bitte zu entfernen. Sollte dies nichts nützen, kannst du das Scraping direkt bei Google die Urheberrechtsverletzung melden. Der Fall wird im Anschluss geprüft und der Penalty gegen dich aufgehoben.

3. Serverüberladung

Dein Angebot kann gar nicht erst wahrgenommen werden, wenn deine Website nicht mehr aufrufbar ist. Das können Konkurrenten mithilfe einer Serverüberlastung erreichen.

Für leider relativ wenig Geld können beispielsweise Bot-Netzwerke gekauft und auf eine bestimmte IP-Adresse oder URL angesetzt werden. Innerhalb von wenigen Stunden werden tausende Aufrufe getätigt die dazu führen, dass dein Hoster einen Serverangriff vermutet und den Server sicherheitshalber für eine bestimmte Zeit unerreichbar macht oder dass dieser durch die vielen Seitenaufrufe überlastet wird und in eine Art Standby-Modus geht.

So oder so wurde ein großer Schaden angerichtet. Erstens ist deine Website nicht mehr zu erreichen und dir gehen potentielle Kunden durch die Lappen. Und zweitens kann ein Bestehen dieser Situation dazu führen, dass durch die hohe Absprungrate negative Nutzersignale an die Suchmaschine vermittelt werden und deine Rankings fallen.

Hohe Absprungrate deshalb, weil nach dem fehlerhaften Seitenaufruf die Nutzer von deiner Website wieder zurück zu ihrer Googlesuche springen und auf das Angebot deiner Konkurrenz klicken.

Was kannst du gegen die Serverüberladung & -attacken unternehmen?

Wenn du wie ich nicht gerade ein Profi-Hacker bist, kannst du gegen direkte Server-Attacken nicht viel unternehmen. Du kannst aber die besten Bedingungen schaffen, um die meisten Attacken abzuwehren.

Sorge dafür, dass der Server, auf dem deine Websites gehostet werden eine Firewall besitzt. Diese wehrt die meisten Attacken ab. Nur talentierte Hacker können dann den Server lahmlegen, was sich für eine Negative SEO Attacke aus Kostengründen für deinen Konkurrenten nicht immer lohnen würde.

Sieh außerdem zu, dass dein Hosting Anbieter einen guten Kundensupport anbietet. Je kürzer deren Reaktionszeit und je seriöser diese sind, desto besser kann etwas gegen eine Attacke unternommen werden.

4. Zwangsläufige De-Indexierung

Als ich im Oktober 2018 die Negative SEO Attacke durch Spam-Links bemerkt und die entsprechenden Backlinks entwertet habe, wollte ich gleich im Anschluss meine Website nochmal neu crawlen lassen und von Google neu bewerten zu lassen – ohne Erfolg. Das Crawlen und Rendern in der Search Console war nicht möglich.

In meinem Fall war es vermutlich eher darauf zurückzuführen, dass mein Server nach der Attacke auf bestimmte IP-Adressen den Zugriff für jede Art Bot verweigerte. Es kann aber auch vorkommen, dass ein Konkurrenz durch raffiniertes Hacken den Zugriff des Googlebots auf deinen Server sperrt.

Bleibt diese Situation für längere Zeit bestehen, ist es für die Suchmaschine nicht mehr möglich die Inhalte deiner Website zu bewerten. Die Folge daraus ist das komplette Entfernen bereits indexierter URL’s aus dem Google Index.

Was kannst du gegen eine drohende De-Indexierung tun?

Gebe in deiner robots.txt explizit an, dass Googlebots prinzipiell Zugriff auf deinen Server erhalten sollen.

Der Befehl dazu sieht wie folgt aus:

User-agent: Googlebot
Allow: /

Damit erlaubst du dem Googlebot Zugriff auf alle Webinhalte deines Servers und damit die Möglichkeit, diese auch zu indexieren.

5. Hacker-Angriffe

Ziemlich aufwändig, aber trotzdem nicht unrealistisch: Jemand hackt deinen Server und verändert den Code deiner Seite. Unter anderem kann dieser für ein Duplicate Content Problem sorgen, indem er Texte von anderen Seiten einpflegt und diese mithilfe von CSS gekonnt versteckt. Diese sind dann nur im Quellcode sichtbar. Oder es werden zahlreiche Verlinkungen auf andere Webseiten gesetzt, um deine Page Autorität zu schwächen. Und das sind nur wenige Beispiele.

Es ist daher für dich essenziell, Vorsorge zu treffen und es Hackern so schwer wie möglich zu machen.

In diesem Beitrag von entrepreneur.com (auf Englisch) findest du die wichtigsten Punkte, wie du deine Website optimal vor Hackerangriffen schützen kannst.

Fazit

Leider gibt es Mitstreiter, die mit Tricks und unerlaubten Methoden versuchen sich bessere Positionen bei Google zu sichern. Was viele nicht bedenken ist, dass Negative SEO meistens nur einen kurzen Effekt auf die Rankings haben und nach dem Entwerten der Spam-Links die Mitstreiter meist wieder auf die ursprünglichen Positionen zurückfinden.

Außerdem sind das Risiko und die Konsequenzen beim erwischt werden so gravierend, dass es sich eigentlich gar nicht lohnt, eine solche Blackhat Kampagne zu planen und durchzuführen.

Klar sind solche Attacken sehr ärgerlich, sollte es dich einmal betreffen. Wenn du einen plötzlichen Fall deiner Rankings bemerken solltest, überprüfe wie beschrieben Dinge wie das Backlinkportfolio oder die Servererreichbarkeit.

Die am häufigsten vorkommende Negative SEO Attacke ist das Setzen schlechter Backlinks. Überprüfe deshalb regelmäßig dein Backlinkportfolio und entwerte schlechte Backlinks mit dem Disavow Tool.

Beantrage anschließend einen Crawl deiner Website in der Google Search Console, um diese nochmal bewerten zu lassen. Das ist der schnellste Weg, deine alten Rankings wiederzubekommen.

Im SEO müssen wir Negative SEO leider als normal ansehen und dementsprechend Vorsorge treffen. Erkennst du die Symptome früh, kannst du recht schnell für Schadensbegrenzung sorgen.

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